Projekt 2: BISS – Bürger in sozialen Schwierigkeiten

BISS (Bürger in sozialen Schwierigkeiten) ist eine monatlich erscheinende Münchner Straßenzeitung, die Bürgern in sozialen Schwierigkeiten hilft, sich selbst zu helfen. Sie wird seit Oktober 1993 herausgegeben.

Die Verkäufer schreiben in der „Schreibwerkstatt“ eigene Artikel über ihr alltägliches Leben, welche in einer eigenen Rubrik monatlich erscheinen. Bei der Erstellung der Artikel werden sie von drei professionellen Journalisten unterstützt.

BISS wird nur auf der Straße, nicht an der Haustür verkauft. Die Verkäufer tragen ihren Ausweis sichtbar bei sich. Die Zeitung BISS ist Mitglied im Internationalen Netzwerk der Straßenzeitungen INSP.

Entwickelt wurde BISS im Rahmen mehrerer Seminare in den Räumen der Akademie der Bayerischen Presse, dem Ausbildungs- und Weiterbildungsinstitut der bayerischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. Dozent war Klaus Honigschnabel, heute Pressesprecher der Inneren Mission München.

Vorbild war die Londoner Straßenzeitung The Big Issue, die Journalisten produzieren und Obdachlose verkaufen. Anders als in London sollten in München die Obdachlosen auch an der Erstellung der Zeitschrift beteiligt werden – allerdings in Kooperation mit professionellen Zeitungsmachern, wie Jürgen Micksch berichtet, der stellvertretende Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing von 1984 bis 1993. Das Team um Micksch gewann Christian Schneider von der Süddeutschen Zeitung, Klaus Honigschnabel von der Akademie der Bayerischen Presse, Nicole Üblacker für die Grafik und den Druckereibesitzer Hans Venus, der die erste Ausgabe kostenlos zu drucken bereit war. Das Papier spendete die MD Papier GmbH.

Die erste Ausgabe von BISS wurde am 17. Oktober 1993 vorgestellt – dem Internationalen Tag der Armut. Diese erste Ausgabe war schnell vergriffen und musste mehrmals nachgedruckt werden. BISS war die erste Straßenzeitschrift in Deutschland.

BISS hat heute eine monatliche Auflage von 41.000 Exemplaren und beschäftigt von seinen ca. 100 Verkäufern, 55 als festangestellte Verkäufer. Insgesamt beschäftigt BISS 59 Festangestellte, unterstützt von 15 freien Mitarbeitern wie Fotografen und Journalisten (Februar 2017). Die Zeitung setzt auf Arbeit als Schlüssel zur Integration und schafft für Verkäufer, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Der Verkaufspreis beträgt 2,80 Euro, wovon die obdachlosen und bedürftigen Verkäufer 1,40 Euro behalten dürfen. Der Umsatz beläuft sich auf 500.000 Euro pro Jahr. Weitere 500.000 Euro werden durch Spenden eingenommen. (Quelle: Wikipedia)

Als Pate eines oder mehrerer BISS-Verkäufer übernehmen wir einen Teil des Gehalts, den ein Verkäufer nicht selbst erwirtschaften kann. Das sind durchschnittlich 7.000 Euro pro Verkäufer und Jahr. Dadurch helfen wir konkret Menschen in schwierigen Situationen und unterstützen die Idee, dass Eigeninitiative und Arbeit der Schlüssel für einen Neustart sind.